Die Geschichte der cantori contenti

 

1983 gründen Christof Buri, Thomas Inglin, Thekla Schöb, Ariane Torelli und Irène Trochsler den nachmaligen Chor cantori contenti – zuerst für einen musikalischen Beitrag zum Familienfest; fürs Zuger Chröpfelimeh dann ist man bereits zu acht. Und bald schliessen sich weitere Sängerinnen und Sänger dem Grüppchen an, das unter dem spontan beim Racletteessen gewählten Namen Cipolline auftritt.

 

Die musikalischen Ambitionen und Ziele wachsen und die mittlerweile fünfzehnköpfige Gesangsgruppe engagiert mit Armin Kneubühler erstmals einen Dirigenten. Erste «richtige» Konzerte werden möglich, darunter die bunte Serenade, ein Altstadtspektakel zusammen mit der Camerata Zug und Gauklern und Beizen. Die Wege von Armin Kneubühler und den cantori contenti trennen sich allerdings bald wieder, und über Sales Kleeb kommt es 1986 zum Kontakt mit David Schneider. Schnell ist klar: Die Chemie stimmt. Stolze zwanzig Jahre wird die Zusammenarbeit dauern.

 

David Schneider hat die cantori contenti geformt und geprägt, als Musiker wie als Mensch, mit seiner Liebe zur Musik, seiner Offenheit und seinem Streben nach Authentizität. Bereits die ersten Konzerte unter seiner Leitung in den Jahren 1987/1988 – Vivaldi, musikalisch umrahmte Lesung von Max Huwyler, Mani Planzers Rockfestspiel «Die grossen Väter» und Strassenkonzerte – lassen die musikalische Vielfalt und die Experimentierfreude erahnen, die von nun an ihr Wirken auszeichnen werden.

 

Der Chor muss sich jedoch im wachsenden Zuger Kulturleben behaupten, und es reift die Erkenntnis, dass es für Konzerte neben Enthusiasmus auch Geld braucht. Doch wer öffentliche Gelder will, braucht Strukturen und Statuten. Auch wenn die Skepsis gegenüber jeder Vereinsmeierei gross ist, wird 1990 der Verein cantori contenti
gegründet.

 

Die Chormitglieder verbindet Musik, aber auch Freundschaft. So ist man häufig gemeinsam unterwegs, in den Eggbergen, im Elsass, in Mülens oder in der Toskana. 1991 finden die cantori contenti tatsächlich Zeit für drei Reisen. Legendär sind in dieser Zeit auch die grosszügigen Pausenbuffets, die hin und wieder sogar die Probenzeit konkurrenzieren. Über das gemeinsame Singen entstehen Freundschaften fürs Leben.

 

Kammerchor und Barock – eine perfekte Verbindung. Nach einer ersten Trilogie mit Vivaldi (1987), Händel (1989) und Bach (1991) führt der Chor Händels Oratorien «Alexander’s Feast» (1995), «Messiah» (2000) und «Solomon» (2005) auf. Doch auch die Liebe zu zeitgenössischer Musik bringt unvergessene und zugegebenermassen manchmal auch ungewollt schräge klangliche Momente. Unerwartet dann der Abschied: David Schneider möchte sich neu ausrichten und legt 2006 den Dirigentenstab nieder. Improvisationstalent und gute Freunde sind nun gefragt. So können wir im September 2006 das Programm «Jazz!» unter der Leitung von Stefan Jimmy Muff aufführen.

 

Die Suche nach einer neuen musikalischen Leitung ist ein anspruchsvoller Prozess. Unterschiedliche musikalische Vorstellungen und Ziele gilt es zu bündeln und unter einen Hut zu bringen. Ungewissheit, Unsicherheit, Uneinigkeit; doch auf die Phase des Umbruchs folgen glücklicherweise wieder ruhigere Zeiten: 2007 übernimmt Stephen Smith das Dirigentenamt, ein gutes Jahr später stösst Katharina Jud hinzu. Die beiden teilen sich fortan die musikalische Leitung des Chors, ergänzen sich, wechseln sich ab. Sie gestalten den Chor und seinen Klang nachhaltig und lassen immer wieder Wunderbares entstehen.

 

Erstaunt reiben wir uns die Augen: Eine glückliche Fügung des Schicksals hat uns gleich zwei schwungvolle, sprühende Taktstöcke beschert, und schon mehr als zehn Programme haben wir unter ihrer Leitung einstudiert und aufgeführt. Ein Höhepunkt bildetete 2013 unser dreissigjähriges Chorjubiläum mit Auftritten im Vatikan (Sacco die Roma) und Lincoln (Evensongs in der Kathedrale).

Mit Schwung und Neugier freuen wir uns auf mehr.