Musikalische Leitung:

Jimmy Muff
David Schneider
Marianne Racine (workshop)

Technik:

Guido Simmen
Pete Leuenberger

Band:

Fabienne Ambühl, p
Matthias Bucher, dr
Richard Hugener, b

Freitag, 29. September 2006
Samstag, 30. September 2006
Chollerhalle Zug

Pressestimme

Zuger Vokalisten erfreuen ein grosses Publikum

Durch straffe und werkgerechte Führung wusste Jimmy Muff die gut dreissig Mitwirkenden zu einer überzeugenden Gesamtleistung anzuspornen. Den Cantori contenti gelingt eine ausgezeichnete Interpretation eines jazz-nahen Programms.Dabei bleibt der Chor sich selbst treu. Für die heute älteste Generation war er ein Ärgernis,für junge Rocker und Rapper ist er Schnee von gestern- nämlich der Jazz im Dixieland-Stil der Dreissigerjahre mit Stars wie Louis Armstrong und Sidney Bechet. Die Cantori contenti stellten sich der Herausforderung für ein Programm, das nicht ihrem kulturellen Hintergrund entsprach. Den zwei Aufführungen des vergangenen Wochenendes wohnte ein erfreulich zahlreiches Publikum in der Chollerhalle bei. Die kleinste Schwierigkeit war die englische Sprache, heute eher im Gegenteil eine Einladung und manchmal die einzige Möglichkeit, junge Leute überhaupt zum Singen zu bringen. In einem viertägigen Intensivkurs am Bielersee hatte man sich unter kundiger Leitung auf die Eigenheiten des Jazzgesangs vorbereitet. Mit Jimmy Muff stand für zwei Konzerte ein neuer Dirigent zur Verfügung, welcher dem Zuger Publikum bis jetzt vor allem als erster Tenor der Screaming potatoes bekannt war. Durch straffe und werkgerechte Führung wusste er die gut dreissig Mitwirkenden zu einer überzeugenden Gesamtleistung anzuspornen.

Bewährte Stimmkultur

Der langjährige Dirigent David Schneider stand nicht auf der Bühne; er war aber auf dem Programm trotzdem als musikalischer Leiter erwähnt. Das war in dem Sinn richtig, als die Cantori contenti auch im Jazzprogramm sich selbst blieben und nicht alles über Bord warfen, was sie in den letzten zwanzig Jahren an Stimmkultur aufgebaut hatten. So verzichtete man beispielsweise auf starke Glissandi zwischen den einzelnenTönen und ein Vibrato im Sinne eines ausklingenden Jazzblasinstruments; in den harmonisc hkomplexeren Sätzen spürte man mit der tadellosen Intonation die Erfahrung der meisten Mitwirkenden in erweiterter Tonalität. In diese Grundhaltung passte auch die Wahl der Begleitband: Fabienne Ambühl, Piano, RichardHugener, Bass, und Matthias Bucher, Schlagzeug, blieben gegenüber dem Chorgesang stets relativ diskret und spielten nur in den Zwischenteilen und in den Solostücken mit voller Lautstärke. Dies erleichterte auch das Zusammengehen mit dem Chor, der trotz einer diesmal starken Untervertretung der Männerstimmen einen ausgewogenen Gesamtklang fand.

Souverän und natürlich

Durch das ganzeProgramm wurde der umfangreiche, fast durchwegs blattfrei vorgetragene Notentext souverän beherrscht,und die Aussprache wirkte erfreulich natürlich. Im ersten Teil überwog mit wenig Variationen in der Besetzung vorallem das Verbindende. Darum verzichtete man wohl auch auf ein gedrucktes Programm und begnügte sich mit der mündlichen Ansage der meisten Stücke. Höhepunkte erreichte der Chor schon am Anfang etwa mit «Caravan» und ganz besonders durch «Sweet Georgia Brown». Die stärkere Auflockerung nach der Pause brachte auch grössere solistische Einlagen mit Thekla Cerletti-Schöb, Christian Peter Meier und Manuel Hebeisen, welche sonst im Chor mitwirkten und die sich auch bei kleinen Stimmgruppen nahtlos in den Gesamtklang einfügten. Nach einem weiteren Höhepunkt, dem a cappella gesungenen «Crazy Acapulco», verdankte der Chor den kräftigen und lang anhaltenden Schlussapplaus mit der Wiederholung des rhythmisch anspruchsvollen «Jatra-tra-tra».

 

JÜRG RÖTHLISBERGER, Neue Zuger Zeitung, 3. Oktober 2006

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